Digitale Standortbestimmung: Weißt du, was KI-Systeme über dich wissen?

 
Britta Hänel erklärt GEO. Verständlich für Solopreneure die sichtbar werden möchten
 
 

„Britta, ich habe gerade ChatGPT nach mir gefragt – und es kam nichts Brauchbares zurück. Noch viel schlimmer, der hat nur meine Wettbewerber genannt. Woran liegt das?"

An deiner digitalen Standortbestimmung. Genauer gesagt: daran, dass du sie noch nicht gemacht hast.

Eine KI kann nur das über dich sagen, was sie über dich weiß. Und was sie weiß, stammt nicht allein von deiner Website.

Genau darum geht es in diesem Artikel: darum, herauszufinden, wo du digital heute tatsächlich stehst – und woraus sich das zusammensetzt.


Was dich in diesem Artikel erwartet:

In diesem Artikel erfährst du, was eine digitale Standortbestimmung bedeutet, welche Grundlage jede KI-Antwort über dich formt, woraus diese Grundlage besteht und wie du deine eigene Position in wenigen Schritten prüfst.


Was eine digitale Standortbestimmung zeigt

Eine digitale Standortbestimmung stellt eine Frage: Was weiß das Netz heute tatsächlich über dich – und stimmt das mit deiner Positionierung überein?

Die Antwort darauf ist die Grundlage, aus der jede Aussage entsteht, die eine KI über dich trifft. Diese Grundlage ist nicht nur die eigene Website. Sie ist die Summe aller verifizierbaren, übereinstimmenden Informationen über dich im Netz – Referenzen, Erwähnungen, Profile, Beschreibungen an verschiedenen Stellen.

Damit eine KI dich in einer Antwort nennt, muss sie dich als Entität erkennen: als klar umrissene, wiedererkennbare Größe im Netz, nicht nur als eine von vielen Websites. Diese Erkennung entsteht direkt aus dieser Grundlage.

Je öfter unabhängige Quellen dasselbe Bild von dir bestätigen, desto sicherer übernimmt eine KI dieses Bild. Ob du später in einer Antwort auftauchst, ist lediglich die Konsequenz daraus, wie klar deine digitale Position bereits ist.


Warum die eigene Website “nur” der Ausgangspunkt ist

Beim klassischen SEO konnte eine gut optimierte Website allein schon viel bewirken.

Für Sichtbarkeit in KI-Antworten bleibt die eigene Website der Ausgangspunkt dieser Grundlage. Ihre volle Wirkung entfaltet sie erst, wenn sich dieselben Informationen auch über die eigene Website hinaus im Netz wiederfinden – auf LinkedIn, in Verzeichnissen, in Referenzen, in Erwähnungen durch andere.


Was passiert, wenn die digitale Standortbestimmung als Grundlage fehlt

Fehlt eine klare digitale Standortbestimmung, entsteht kein neutraler Zustand. Es entsteht eine Lücke, und die füllt jemand anderes.

Wird eine KI nach einer Expertin für dein Thema gefragt und findet sie zu dir keine tragfähige Grundlage, nennt sie eine andere Person – meist diejenige, deren digitale Standortbestimmung im Netz klarer und konsistenter dokumentiert ist. Das kann jemand mit weniger Erfahrung sein, aber mit einer klareren digitalen Standortbestimmung.

Diese Position ist zudem träge. Wer als Antwort etabliert ist, bleibt es in der Regel auch bei der nächsten Anfrage, weil sich das Bild mit jeder weiteren Erwähnung verstärkt.

Woraus sich eine klare digitale Standortbestimmung zusammensetzt

Drei Elemente entscheiden darüber, wie klar deine digitale Position heute ist.

Präsenz. Auftauchen an mehreren Stellen im Netz, nicht nur auf der eigenen Website – in Referenzen, Erwähnungen, Interviews, Verzeichniseinträgen.

Konsistenz. Gleichlautende Angaben zu Name, Positionierung und Angebot, egal ob auf der Website, auf LinkedIn oder in einem Verzeichnis.

Aktualität. Eine veraltete Positionierung, die an einer Stelle im Netz noch existiert, während die Website längst weiter ist, verwässert das Bild, das eine KI aus deiner Grundlage zusammensetzt.

Fehlt eines dieser drei Elemente, bleibt die Position unklar, selbst wenn die übrigen beiden stimmen.


Wie du deine eigene digitale Standortbestimmung machst

Der erste Schritt ist eine Suche nach dem eigenen Namen und dem Namen deines Business. Sie zeigt, was von deiner Grundlage im Netz heute schon sichtbar ist – welche Quellen es gibt und wie sie zueinander stehen. Der zweite Schritt führt direkt in ein KI-Tool wie ChatGPT oder Perplexity. Die Frage „Wer ist [dein Name]" oder „Was macht [dein Business]" zeigt die Konsequenz aus dieser Grundlage: welche Position daraus bereits entstanden ist – und ob sie der aktuellen Positionierung entspricht oder einer, die längst überholt ist.

Diese Aufgabe habe ich vor einigen Wochen für einen Kunden erledigt. Bei Google (also im Bezug auf SEO alles sehr gut) sehr gut positioniert, aber die digitale Standortbestimmung war noch offen. Ergebnis: ChatGPT und Gemini haben die Wettbewerber genannt und ich habe nachgefragt: Warum empfiehlst du xyz nicht? ChatGPT hat mir eine sehr detaillierte Antwort gegeben, die ich in Kürze für den Kunden umsetzen werden. Mal schauen, wie sich ChatGPT in einigen Monaten zu meinen Kunden äußert.


Wie wirst du in KI-Antworten sichtbar?

Es gibt zwei Wege, in einer KI-Antwort aufzutauchen und beide sind relevant.


Markenerwähnung: Die generative Engine nennt deinen Namen direkt als Empfehlung. Das passiert vor allem bei Fragen mit klarer Kaufabsicht: „Wer sind die besten Strateginnen für digitale Markenauftritte im DACH-Raum?" oder „Welcher Service hilft mir, online besser gefunden zu werden?" Wer hier genannt wird, hat bereits eine klare Positionierung, einen sichtbaren digitalen Fußabdruck – und wird von KI-Systemen als vertrauenswürdige Quelle eingestuft.

Inhaltserwähnung: Die generative Engine nutzt deine Inhalte, um eine Frage zu beantworten – auch ohne deinen Namen zu nennen. Das passiert, wenn du Informationen veröffentlichst, die echte Fragen deiner Zielgruppe konkret beantworten, gut strukturiert sind und von anderen Quellen verlinkt oder zitiert werden. Nutzer sehen dann vielleicht nicht deinen Namen – aber dein Wissen, deine Einschätzung, deine Inhalte. Das ist GEO in der Praxis.

Beide Formen bauen aufeinander auf. Markenerwähnung setzt Bekanntheit voraus. Inhaltserwähnung baut diese Bekanntheit mit auf.


Häufige Fragen zu GEO


Muss ich SEO aufgeben, wenn ich GEO betreibe?

Nein. SEO und GEO bauen aufeinander auf. Wer bei Suchmaschinen gut sichtbar ist, wird häufiger von generativen Engines als Quelle zitiert. Beide Disziplinen gemeinsam gedacht ergeben die stärkste Grundlage für digitale Sichtbarkeit.


Für welche Unternehmen und Selbstständigen ist GEO besonders relevant?

GEO ist vor allem dann relevant, wenn deine Zielgruppe aktiv nach Informationen zu Dienstleistungen oder Fachwissen sucht – also für Berater, Coaches und spezialisierte Dienstleister. Je klarer deine Positionierung, desto eher wirst du in KI-Antworten als Empfehlung genannt.


Wie lange dauert es, bis GEO-Maßnahmen wirken?

GEO ist kein Sprint. Inhalte müssen indexiert, verlinkt und von KI-Systemen als vertrauenswürdig eingestuft werden. Erste Effekte können nach einigen Wochen sichtbar werden – nachhaltiger Aufbau braucht Konsequenz über mehrere Monate.


Kann ich GEO selbst umsetzen?

Ja – mit den richtigen Inhalten, einer konsistenten digitalen Präsenz und dem Wissen darüber, wie generative Engines Quellen auswählen. Wer bereits SEO-Grundlagen hat, hat einen klaren Vorsprung.


Fazit: GEO ist keine Ergänzung für später

Wer heute digital sichtbar sein will, denkt nicht mehr nur in Suchmaschinen. Generative KI-Systeme verändern, wie Menschen Informationen finden – und wie sie Entscheidungen treffen, bevor sie überhaupt eine Website aufrufen.

GEO bedeutet nicht, SEO zu ersetzen. Es bedeutet, dass, was du dir aufgebaut hast (Inhalte, Verlinkungen, Autorität)  konsequent weiterzudenken. Wer seine Positionierung klar formuliert, spezifische Inhalte veröffentlicht und digital konsistent auftritt, legt genau die Grundlage, die generative Engines als vertrauenswürdig einstufen.

Ich beobachte das bei Solopreneuren, mit denen ich arbeite: Die, die schon heute an ihrer GEO-Sichtbarkeit arbeiten, bauen sich einen Vorsprung auf, der sich nicht schnell aufholen lässt. Nicht weil sie mehr tun, sondern weil sie klarer sind.


Du möchtest wissen, wo du digital tatsächlich stehst?

In der “Strategischen digitalen Standortbestimmung” schauen wir uns das gemeinsam an – in drei Sessions à 90 Minuten über drei Wochen. Los geht es mit einem kostenlosen Kennenlerngespräch.

Zur Strategischen Standortbestimmung

Liebe Grüße

Britta


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