SEO oder GEO? Warum das die falsche Frage ist.
„Britta, ich dachte, ich müsste mich jetzt entscheiden: SEO oder GEO. Aber irgendwie fühlt sich diese Frage falsch an."
Genau richtig gefühlt.
Vor Kurzem habe ich hier zwei Veröffentlichungen zur GEO-Debatte eingeordnet: einen Artikel, der GEO für eine Verkaufsmasche hält, und eine Studie, die zeigt, wie ratlos viele Unternehmen bei diesem Thema tatsächlich sind. Inzwischen ist ein dritter Text dazugekommen, der die ganze Debatte noch einmal neu sortiert. Und zwar von jemandem, dessen Einschätzung in der SEO-Branche international Gewicht hat.
Was dich in diesem Artikel erwartet:
Ich stelle dir die Perspektive des SEO-Experten Jono Alderson vor, der die gesamte SEO-vs-GEO-Debatte für die falsche Frage hält. Du erfährst, welche drei Verschiebungen er stattdessen beschreibt, warum seine Einordnung meine eigene Position seit Langem bestätigt – und was das konkret für deinen digitalen Auftritt bedeutet.
Wer ist Jono Alderson eigentlich?
Bevor ich auf den Inhalt eingehe, kurz zur Einordnung, denn das ist bei einem Thema mit so viel Meinungslärm relevant: Jono Alderson war mehrere Jahre Head of SEO bei Yoast, einem der bekanntesten SEO-Tools weltweit, davor Principal Consultant bei der renommierten Agentur Distilled. Heute arbeitet er als unabhängiger technischer SEO-Berater und spricht auf internationalen Fachkonferenzen. Seine Einschätzung stützt sich auf jahrzehntelange technische Praxis, nicht auf ein neues Geschäftsmodell, das verkauft werden will.
Seinen vollständigen Artikel „SEO vs GEO is the wrong question" findest du hier: https://www.jonoalderson.com/conjecture/seo-vs-geo/
Die eigentliche Frage lautet nicht SEO oder GEO
Aldersons Ausgangspunkt: Die ganze Branche fragt gerade, wie man für KI-Suche optimiert und wie diese neue Disziplin heißen soll. Aber diese Frage nach dem Namen lenkt vom eigentlichen Thema ab.
Marketing war schon immer die Aufgabe, zu gestalten, was der Markt entdeckt, versteht und glaubt. KI verändert nicht dieses Ziel. Sie macht eine verengte Version davon nur endgültig unhaltbar.
Daraus leitet er drei Verschiebungen ab, die meiner Einschätzung nach die bisherige Debatte deutlich weiterbringen.
Von Sichtbarkeit zu Verständlichkeit
Lange ging es darum, überhaupt gefunden zu werden. Das bleibt wichtig, reicht aber nicht mehr aus. Entscheidend ist zunehmend, ob ein System -und die Menschen dahinter- ein Unternehmen korrekt einordnen können: Was bietest du an, für wen, wodurch unterscheidest du dich?
Auch hier bestätigt sich übrigens der technische Grundpfeiler, den wir bereits aus dem ersten Artikel dieser Reihe kennen: Ohne klassische Auffindbarkeit über Suchmaschinen-Indizes landet ein Unternehmen gar nicht erst in der Bewertungsgrundlage generativer Systeme. Alderson verweist dabei auf die SEO-Expertin Lily Ray, die diesen Punkt in der Branche wiederholt betont hat.
Von Überzeugung zu Prüfung
Der zweite Punkt ist besonders interessant für erfahrene Solopreneure. Klassisches Marketing war stark darin, Positionierung und Botschaft zu gestalten. Das bleibt wertvoll, verliert aber an Wirkung, sobald KI-Systeme diese Aussagen mit Bewertungen, Foren, Wettbewerbern und Fachmeinungen abgleichen können.
Was ein Unternehmen über sich selbst behauptet, zählt also weniger. Was von außen bestätigt wird, zählt mehr. Der günstigste Weg, die eigene Sichtbarkeit zu verbessern, wird damit zunehmend: das eigene Business tatsächlich zu verbessern, nicht nur die Beschreibung davon.
Von Behauptung zu Beleg
Jedes Unternehmen behauptet, vertrauenswürdig zu sein. Jede Dienstleistung sei kundenorientiert. Solche Behauptungen waren schon immer günstig zu machen – ihre Überprüfung war es nicht. Heute ist sie es zunehmend, weil KI-Systeme Aussagen mit tatsächlichen Erfahrungsberichten, Dokumentationen und unabhängigen Quellen abgleichen können.
Die Konsequenz: Die Qualität der eigenen Dokumentation, die Konsistenz der eigenen Botschaften und die Übereinstimmung zwischen Anspruch und tatsächlicher Erfahrung werden Teil dessen, worauf Empfehlungen basieren. Ein Vorgehen, das kurzfristig Erwähnungen erzeugt, dabei aber die eigentliche Vertrauensbasis schwächt, bezeichnet Alderson treffend als kurzfristige Arbitrage mit geschöntem Dashboard, nicht als Marketingerfolg.
Was das mit meiner eigenen Position zu tun hat
Ich schreibe das nicht ohne eine gewisse Genugtuung: Genau diese Haltung vertrete ich seit Langem gegenüber den Solopreneuren, mit denen ich arbeite. Es geht nie um das nächste Tool oder die nächste Abkürzung. Es geht darum, dass ein digitaler Auftritt zeigt, was tatsächlich dahintersteckt – Substanz, die sich auch bei genauerem Hinsehen bestätigt.
Ein international anerkannter SEO-Experte, der aus einer völlig anderen fachlichen Richtung kommt als ich, kommt unabhängig zum selben Schluss: SEO, GEO und alle ähnlichen Begriffe sind Werkzeuge, nicht das eigentliche Ziel. Das eigentliche Ziel bleibt, vom Markt korrekt verstanden zu werden.
Das bestätigt mir, dass der Weg, den ich mit meinen Kunden gehe, auch aus rein technischer SEO-Perspektive der richtige ist.
Was das konkret für dich bedeutet
Für deinen digitalen Auftritt heißt das: Die Frage ist nicht, ob du jetzt in SEO oder in GEO investierst. Die Frage ist, ob dein digitaler Auftritt zeigt, wer du wirklich bist, was dich von anderen unterscheidet und ob das, was du behauptest, sich auch belegen lässt, sobald jemand – ob Mensch oder System – genauer hinschaut.
Genau diese Bestandsaufnahme ist der erste Schritt, den ich mit meinen Kunden gehe. Nicht als weiteres Buzzword, sondern als ehrlicher Blick auf das, was heute schon da ist – und was noch fehlt.
Häufige Fragen zur SEO und GEO Frage
Ist Jono Alderson eine verlässliche Quelle zu diesem Thema?
Ja. Er war mehrere Jahre Head of SEO bei Yoast und Principal Consultant bei der Agentur Distilled, arbeitet heute als unabhängiger technischer SEO-Berater und spricht auf internationalen Fachkonferenzen.
Widerspricht das der vorherigen Einordnung zur GEO-Kritik?
Nein. Es ergänzt sie. Aldersons Perspektive bestätigt den technischen Kern der bisherigen Debatte und hebt sie auf eine strategischere Ebene: Es geht nicht um die richtige Abkürzung, sondern um ein Unternehmen, das genauem Hinsehen standhält.
Was bedeutet das praktisch für meine Website?
Konkret heißt das: Deine Website, deine Referenzen und deine Kommunikation sollten konsistent zeigen, was dein Angebot tatsächlich ausmacht – nicht nur behaupten, sondern durch echte Substanz belegen.
Fazit: Die Frage war nie SEO oder GEO
Die eigentliche Aufgabe war nie, sich für ein Kürzel zu entscheiden. Sie war immer ein Unternehmen aufzubauen, das genauem Hinsehen standhält, und das dann auch so zu zeigen, dass es gefunden, verstanden und verglichen werden kann. Wer daran arbeitet, muss sich um Begriffe wie SEO oder GEO keine Sorgen mehr machen. Sie ergeben sich von selbst.
Du möchtest wissen, wo dein digitaler Auftritt heute steht?
Im kostenlosen Kennenlerngespräch schauen wir uns gemeinsam an, ob deine Website bereits zeigt, was dein Business tatsächlich ausmacht.
Liebe Grüße
Britta
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Britta Hänel ist Strategin für digitale Markenauftritte und zertifizierte Digital Marketing Managerin mit Spezialisierung auf SEO und Content-Management. Als Squarespace Circle Gold Member setzt sie ihre Strategien direkt in der Umsetzung um. Mit über 35 Jahren Erfahrung in Vertrieb, Marketing und Kommunikation begleitet sie Solopreneure und Selbstständige 40+ in der DACH-Region dabei, digital so wahrgenommen zu werden, wie sie tatsächlich arbeiten. Sie lebt und arbeitet in Ostfriesland, gemeinsam mit ihrem Labrador Frieda.