Ist GEO ein Scam? Was eine aktuelle Debatte wirklich zeigt

 
Ein Beitrag, eine Studie, Britta Hänel ordnet ein. GEO ja oder nein
 
 

„Britta, ich habe gerade gelesen, GEO sei nur eine Erfindung von Agenturen, die Angst verkaufen wollen. Muss ich mir jetzt doch keine Gedanken mehr machen?"

Diese Frage habe ich diese Woche gleich zweimal gehört. Beide Male, ausgelöst durch denselben Artikel auf LinkedIn.

Gleichzeitig ist eine Studie erschienen, die in eine ganz andere Richtung zeigt: Die meisten Unternehmensentscheider in Deutschland wissen gar nicht, was GEO ist – befürchten aber trotzdem, dadurch Kunden zu verlieren.

Zwei Veröffentlichungen, zur gleichen Zeit, mit fast entgegengesetzter Aussage. Genau das nehme ich zum Anlass, beide Seiten offenzulegen und einzuordnen.


Was dich in diesem Artikel erwartet:

Ich ordne zwei aktuelle Veröffentlichungen zum Thema GEO ein: einen vielbeachteten Kritik-Artikel, der GEO für eine reine Verkaufsmasche hält, und eine repräsentative Entscheider-Studie, die das Gegenteil zeigt. Du erfährst, was an der Kritik berechtigt ist, wo sie zu kurz greift, was die Studie tatsächlich belegt – und was das konkret für deine digitale Sichtbarkeit bedeutet.


Zwei Veröffentlichungen, ein Widerspruch

Der SEO-Berater Udo Raaf hat auf contentconsultants.de einen Artikel veröffentlicht, der GEO als technisch unhaltbares Verkaufsargument vieler Agenturen beschreibt. Sein Kernargument: KI-Suchmaschinen wie Google AI Overviews arbeiten mit sogenannten RAG-Systemen und ziehen ihre Quellen aus den Ergebnissen der klassischen Suche. Wer dort nicht sichtbar ist, kommt auch in keiner KI-Antwort vor. Eine Optimierung „nur für die KI" hält er deshalb für technisch nicht haltbar.

Den vollständigen Artikel findest du hier: https://www.contentconsultants.de/geo-ist-ein-scam-warum-generative-engine-optimization-nicht-funktionieren-kann/

Fast zeitgleich hat die Agentur Seokratie eine repräsentative YouGov-Umfrage unter 509 deutschen Unternehmensentscheidern veröffentlicht. Das Ergebnis: 58 Prozent der Befragten erwarten, dass Unternehmen ohne KI-Sichtbarkeit in den kommenden Jahren Kunden verlieren. Gleichzeitig kennt nur jeder Fünfte den Begriff GEO überhaupt.

Die vollständige Studie mit Methodik findest du hier: https://www.seokratie.de/unternehmensnews/entscheider-studie-1/

Ich zeige dir beide Quellen bewusst mit Link, weil ich möchte, dass du dir deine eigene Meinung bilden kannst. Das gehört für mich zu einem seriösen Umgang mit einem Thema, über das gerade viel Unsicherheit herrscht.

Was an der Kritik stimmt

Der technische Kern von Udo Raafs Argumentation ist richtig, und das sage ich als jemand, die selbst den Leitfaden “Wenn die KI entscheidet, wer gefunden wird” anbietet. Generative KI-Suchmaschinen erfinden ihre Antworten nicht aus dem Nichts. Sie führen im Hintergrund Websuchen aus und lassen das Sprachmodell aus diesen Suchergebnissen eine Antwort formulieren. Eine Website, die in der klassischen Suche nicht auffindbar ist, wird deshalb auch von einer KI nicht als Quelle herangezogen.

Berechtigt ist auch seine Kritik an bestimmten Verkaufsversprechen: Eine Datei namens llms.txt beeinflusst laut Google keine KI-Antworten. Wer Kunden verspricht, allein durch das Anlegen dieser Datei in ChatGPT sichtbar zu werden, verkauft ein Missverständnis als Dienstleistung.

Und sein grundsätzlicher Punkt bleibt richtig: GEO ohne solide SEO-Basis funktioniert nicht. Wer bei Google auf den hinteren Plätzen steht, gewinnt durch keine noch so kluge Textstruktur an KI-Sichtbarkeit.

Wo die Kritik zu kurz greift

Der Artikel bekämpft an vielen Stellen ein Zerrbild von GEO – die Vorstellung, man könne ein Sprachmodell mit ein paar Textkniffen unabhängig von der eigentlichen Auffindbarkeit austricksen. Diese Vorstellung ist tatsächlich Unsinn. Aber sie entspricht nicht dem, was GEO im eigentlichen Sinn beschreibt.

GEO bedeutet nicht, SEO zu ersetzen. Es bedeutet, die vorhandene Basis so weiterzudenken, dass sie auch für generative Systeme verständlich und zitierbar ist. Genau das bestätigt sogar die Quelle, die der Artikel selbst anführt: Google beschreibt die Optimierung für die Suche mit generativer KI ausdrücklich als Teil der Suchmaschinenoptimierung insgesamt, nicht als Gegensatz dazu. Das ist kein Argument gegen GEO. Das ist die Definition von GEO.

Am Ende landet auch der Kritik-Artikel bei der Empfehlung, weiterhin in nachhaltiges SEO zu investieren, was sich von einer durchdachten GEO-Strategie in der Praxis kaum unterscheidet. Der Streit dreht sich also weniger um die Sache selbst als um den Namen dafür und um die Frage, wer davon profitiert, ein neues Label zu verkaufen.

Was die Studie von Seokratie tatsächlich zeigt

Die Zahlen von Seokratie beschreiben ein anderes Problem als das, vor dem der Kritik-Artikel warnt. Nicht Hype ist hier das Thema, sondern Ratlosigkeit. 41 Prozent der befragten Entscheider haben den Begriff GEO noch nie gehört, weitere 36 Prozent kennen ihn nur vom Hörensagen. Trotzdem rechnet eine Mehrheit mit Kundenverlusten durch fehlende KI-Sichtbarkeit.

Besonders aufschlussreich für meine Arbeit: Kleine Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten fühlen sich am schlechtesten vorbereitet und planen am seltensten Investitionen in ihre KI-Sichtbarkeit, während Großunternehmen bereits deutlich weiter sind. Genau diese Lücke sehe ich auch bei den Solopreneuren und Selbstständigen, mit denen ich arbeite: erfahrene Experten mit einem funktionierenden Business, deren digitaler Auftritt mit dieser Entwicklung noch nicht mitgezogen ist.

Auch diese Studie bestätigt am Ende, was ich seit Längerem vertrete: 71 Prozent der Befragten stimmen zu, dass klassisches SEO auch im KI-Zeitalter wichtig bleibt. Das war der höchste Zustimmungswert der gesamten Befragung.

GEO ersetzt SEO also auch aus Sicht der Entscheider nicht, sondern erweitert es.

Was das konkret für dich bedeutet

Wenn du beide Quellen zusammen liest, ergibt sich ein klareres Bild, als jede der beiden für sich allein zeichnet. Die Kritik an übertriebenen Verkaufsversprechen ist berechtigt. Die Sorge der Entscheider vor Unsichtbarkeit ist es ebenso. Beides schließt sich nicht aus.

Für deinen digitalen Auftritt heißt das: Es geht nicht darum, in Panik ein neues Budget für ein Buzzword freizugeben. Es geht auch nicht darum, das Thema zu ignorieren, weil ein Kritiker es für Marketing-Sprech hält.

Es geht darum, ehrlich hinzuschauen, wo deine Website heute steht – bei Google genauso wie in den Antworten von ChatGPT oder Perplexity.

Genau diese “Digitale Standortbestimmung" mache ich mit meinen Kunden. Nicht als neues Produkt mit neuem Namen, sondern als Fortsetzung dessen, was gute Sichtbarkeitsarbeit schon immer ausgemacht hat:

Substanz, Struktur und Klarheit.

Häufige Fragen zur GEO-Debatte

Ist GEO jetzt eine Verkaufsmasche oder nicht? 

Der Begriff wird von manchen Anbietern übertrieben vermarktet, das zeigt die berechtigte Kritik. Die dahinterliegende Idee, Inhalte auch für generative KI-Systeme verständlich und zitierbar zu machen, ist davon unabhängig sinnvoll.

Reicht klassisches SEO nicht mehr aus? 

Doch. SEO bleibt die Grundlage, auch für Sichtbarkeit in KI-Antworten. Beide aktuellen Quellen bestätigen das ausdrücklich.

Warum wissen so wenige Entscheider, was GEO bedeutet? 

Der Begriff ist noch jung, und viele Unternehmen haben sich mit dem Thema schlicht noch nicht auseinandergesetzt. Das erklärt die Lücke zwischen Problembewusstsein und tatsächlichem Handeln, die die Studie zeigt. 

Muss ich als Solopreneur sofort handeln? 

Nicht sofort und nicht panisch. Aber eine ehrliche Bestandsaufnahme lohnt sich, gerade weil kleinere Unternehmen laut der Studie aktuell am schlechtesten vorbereitet sind.


Fazit: Zwischen Alarmismus und Ratlosigkeit liegt die eigentliche Aufgabe

Zwei Veröffentlichungen, zwei unterschiedliche Warnungen. Die eine warnt vor der Angstmache rund um GEO. Die andere zeigt, wie wenig viele Unternehmen tatsächlich wissen. Beide haben recht, und beide erzählen nur einen Teil der Geschichte.

Die eigentliche Aufgabe liegt dazwischen: nicht auf ein neues Buzzword aufspringen, aber auch nicht aus Trotz ignorieren, was sich in der Suche gerade verändert. Wer seine digitale Sichtbarkeit auf einer klaren SEO-Basis aufbaut und diese bewusst für generative Systeme weiterdenkt, muss weder Angst noch Verkaufsmaschen fürchten.


Du möchtest tiefer einsteigen?

In meinem kostenlosen Leitfaden „Wenn KI entscheidet, wer gefunden wird" zeige ich dir, was GEO jenseits der aktuellen Debatte für deinen digitalen Auftritt konkret bedeutet.

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Liebe Grüße

Britta


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Britta Hänel ist Strategin für digitale Markenauftritte und zertifizierte Digital Marketing Managerin mit Spezialisierung auf SEO und Content-Management. Als Squarespace Circle Gold Member setzt sie ihre Strategien direkt in der Umsetzung um. Mit über 35 Jahren Erfahrung in Vertrieb, Marketing und Kommunikation begleitet sie Solopreneure und Selbstständige 40+ in der DACH-Region dabei, digital so wahrgenommen zu werden, wie sie tatsächlich arbeiten. Sie lebt und arbeitet in Ostfriesland, gemeinsam mit ihrem Labrador Frieda.


 
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SEO oder GEO? Warum das die falsche Frage ist.

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